Die schwarzen Papierflieger füllten die Luft wie ein Schwarm aggressiver Insekten. Wo immer sie meine Haut berührten, hinterließen sie ein brennendes Gefühl, als würden sie versuchen, meine Identität direkt aus meinem Fleisch zu saugen. Philipp: „Das sind keine einfachen Nachrichten! Das sind Sucher-Flüche. Sie fressen sich in unsere Aura, damit die Inquisitoren uns punktgenau orten können!“ Alec: „Wir müssen hier raus, bevor der Schwarm sich schließt! Jennifer, die Leere! Hüll uns ein!“ Ich konzentrierte mich auf das kühle Gefühl, das Alec mir beigebracht hatte. Ich breitete meine Arme aus und stellte mir vor, wie die Dunkelheit aus meinen Poren strömte. Ein Mantel aus tiefblauem Schatten legte sich um uns drei. Die Papierflieger prallten an der Barriere ab und verbrannten zu grauer Asche. Jennifer: „Lauft! Ich kann das nicht ewig halten!“ Wir stürmten aus der Ruine. Draußen in der Unterstadt von Limbo City war die Hölle los. Der Himmel war nicht mehr violett, sondern pechschwarz. Über den Dächern kreisten riesige Schattenvögel – die Reittiere der Inquisition. Philipp: „Da vorne! Das Tor der Tränen!“ Am Ende einer langen, schmalen Brücke, die über einen bodenlosen Abgrund führte, ragte ein gewaltiges Tor aus weißem Knochen auf. Es war ständig von einem Wasserfall aus leuchtenden, blauen Tränen umgeben, die in die Tiefe stürzten. Doch der Weg war versperrt. Eine Phalanx von Inquisitoren in ihren langen Ledermänteln stand auf der Brücke. Ihre Metallmasken glänzten hasserfüllt im Licht meiner Aura. Inquisitor: „Das Chaos-Kind wird Limbo nicht verlassen. Die Leere gehört in den Kerker!“ Alec: „Nicht heute, Blechgesichter!“ Alec schoss nach vorne, seine Schattenmagie formte sich zu zwei tödlichen Sicheln. Philipp folgte ihm, seine Fäuste loderten in dunklem Feuer. Ich blieb in der Mitte und hielt den Schutzmantel aufrecht, während ich gleichzeitig versuchte, die Energie des Tores anzuzapfen. Je näher wir dem Tor kamen, desto lauter wurde das Weinen der Tränen. Es war kein trauriges Geräusch, sondern ein hunderstimmiger Gesang, der in meinem Blut mitschwang. Jennifer: „Sie rufen mich… das Tor reagiert auf mich!“ Plötzlich stieß einer der Inquisitoren einen Stab in den Boden der Brücke. Ein Riss bildete sich im Obsidianstein. Die Brücke begann unter unseren Füßen wegzubrechen. Philipp: „Springt! Jennifer, nutze die Leere! Flieg, verdammt noch mal!“ In diesem Moment der Panik griff ich nach den Händen von Alec und Philipp. Ich sprang nicht einfach – ich löste uns für einen Wimpernschlag von der Schwerkraft. Wir schwebten über dem Abgrund, während die Brücke hinter uns in die Tiefe stürzte. Wir landeten hart auf der Plattform direkt vor dem Knochentor. Die blauen Tränen spritzten auf meine Haut und fühlten sich an wie flüssige Erinnerungen. Das Tor begann zu beben. Die schweren Knochenflügel schwangen langsam auf und enthüllten ein gleißendes, weißes Nichts. Isabels Stimme: (Sie hallte aus dem Inneren des Tores zu uns) „Nur die Erbin kann eintreten. Die Teufel müssen draußen bleiben – oder sie werden im Licht der Wahrheit vergehen.“ Philipp und Alec ließen meine Hände nicht los. Ihre Gesichter waren entschlossen, auch wenn ich spürte, dass das Licht des Tores ihre Haut versengte. Alec: „Wir gehen überallhin, wo du hingehst, Jennifer. Selbst wenn wir dabei zu Staub zerfallen.“
Between Devils and Angels – Kapitel 34

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