Wir betraten den gläsernen Aufzug. Er schoss so schnell nach oben, dass mir schwindelig wurde. Als die Türen im obersten Stockwerk aufgingen, standen wir nicht in einem Büro, sondern auf einer weiten, weißen Plattform unter dem freien Himmel von Tokio. In der Mitte stand der Thron aus Licht. Und darauf saß sie. Sie sah aus wie ich. Aber sie war älter. Ihre Augen strahlten eine Ruhe aus, die fast beängstigend war. Als sie mich sah, lächelte sie traurig. Die Frau: „Du bist endlich hier, Jennifer. Meine kleine, wilde Tochter.“ Ich erstarrte. Das Wort „Tochter“ traf mich härter als jeder Blitz von Philipp. Ich erinnerte mich kaum an meine Mutter; in meiner Erinnerung war sie nur ein Schatten, der verschwand, als ich noch klein war. Jennifer: „Du… du bist meine Mutter? Aber du bist tot. Ich dachte, ich wäre allein auf der Welt.“ Die Frau: „Ich bin das, was übrig blieb. Ich war die erste Königin der Leere. Ich habe versucht, das Chaos zu ordnen, genau wie diese Stadt hier. Ich habe diese Welt erschaffen, um dich zu beschützen. Vor den Engeln, vor den Teufeln… vor dem Schmerz.“ Philipp und Alec traten an meine Seite. Sie hielten ihre Waffen bereit, aber sie wirkten unsicher. Wie kämpft man gegen die Mutter der Frau, die man liebt? Alec: „Diese Stadt ist kein Schutz. Sie ist ein Gefängnis! Du hast ihr Gedächtnis gelöscht!“ Mutter: „Ich habe ihr den Frieden geschenkt! In Limbo City wird sie nur gejagt. Hier könnte sie eine Göttin sein. Jennifer, tritt an meine Seite. Übergib mir den blauen Kristall in deinem Herzen, und wir werden diese Welt für immer perfekt machen.“ Ich sah meine Mutter an. Sie bot mir alles, was ich mir immer gewünscht hatte: Sicherheit, Familie und ein Ende der Angst. Dann sah ich zu Philipp und Alec. Sie sagten nichts. Sie ließen mir die Wahl, obwohl ich wusste, dass sie in dieser „perfekten Welt“ nur Schatten ihrer selbst wären. Jennifer: „Eine perfekte Welt ist keine echte Welt, Mama. In der echten Welt blutet man. In der echten Welt hat man Angst. Aber in der echten Welt… fühle ich mich lebendig.“ Ich spürte, wie der blaue Kristall in mir zu vibrieren begann. Er wollte nicht Ordnung. Er wollte Freiheit.
Between Devils and Angels – Kapitel 40

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