Meine Mutter sah mich mit traurigen Augen an. Sie wirkte so zerbrechlich auf ihrem Thron aus Licht. Ich wusste, dass sie all das nur aus Liebe getan hatte, aber Liebe darf kein Käfig sein. Jennifer: „Komm mit mir, Mama. Du musst hier nicht alleine über diese künstliche Welt herrschen. Wir finden einen Weg in der echten Welt.“ Ich streckte meine Hand aus. Blaue Funken tanzten auf meinen Fingerspitzen. Philipp und Alec hielten den Atem an. Sie wussten, dass dieser Moment alles verändern würde. Mutter: „Die echte Welt wird mich vernichten, Jennifer. Ich bin nur noch ein Echo. Aber wenn du mich berührst… wird alles, was ich erbaut habe, enden.“ Jennifer: „Dann soll es so sein.“ Ich legte meine Hand in ihre. In dem Moment, als sich unsere Finger berührten, geschah kein Kampf. Es gab nur eine gewaltige, stille Entladung. Das Blau meines Kristalls vermischte sich mit ihrem weißen Licht. Plötzlich begannen die Wolkenkratzer von Tokio wie Glas zu zerspringen. Die Neonlichter flackerten ein letztes Mal hell auf und erloschen. Die Menschen mit den schwarzen Augen auf den Straßen lösten sich in digitalen Staub auf. Mutter: (leise) „Du bist so stark… stärker als ich es je war. Pass auf deine Teufel auf, meine Tochter.“ Ihre Gestalt begann durchsichtig zu werden. Mit einem sanften Lächeln löste sie sich in Millionen kleiner Lichtpunkte auf, die in den schwarzen Himmel stiegen. Der Boden unter uns verschwand. Wir fielen. Aber es war kein tiefer Fall. Es fühlte sich an, als würden wir durch kühles Wasser gleiten. Ich schlug die Augen auf. Der Geruch von kaltem Stein und blauem Feuer war wieder da. Wir lagen auf der Plattform vor dem Tor der Tränen in Limbo City. Das weiße Licht des Tores war erloschen. Es war wieder dunkel, schmutzig und gefährlich. Philipp: (hustend) „Wir… wir sind zurück. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal freue, diesen Gestank zu riechen.“ Alec rappelte sich auf und half mir hoch. Er sah mich lange an, als wollte er sichergehen, dass ich wirklich wieder seine Jennifer war und nicht die Pop-Ikone aus der Simulation. Alec: „Bist du okay? Deine Mutter… es tut mir leid, Jen.“ Jennifer: „Es ist okay. Sie hat mir das gegeben, was ich brauchte: Die Gewissheit, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss.“ Ich sah an mir herab. Mein Kleid war wieder zerfetzt, und die blaue Energie pulsierte ruhig in meinem Blut. Aber etwas war anders. In meiner Hand hielt ich ein kleines, goldenes Medaillon, das in der Simulation nicht da gewesen war. Isabels Stimme: „Ihr habt überlebt. Beeindruckend.“ Isabel trat aus den Schatten des Tores hervor. Sie sah erschöpft aus, aber ihre Augen waren wieder klar. Isabel: „Aber ihr habt keine Zeit zum Trauern. Das Medaillon in deiner Hand, Jennifer… es ist die Karte zum ‚Ursprung‘. Die Engel und Teufel wissen jetzt, dass du die Barriere durchbrochen hast. Sie ziehen ihre Armeen zusammen.“
Between Devils and Angels – Kapitel 41

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