Ich hielt das goldene Medaillon fest umschlossen. Es fühlte sich in meiner Handfläche seltsam warm an, fast so, als würde es im Takt meines eigenen Herzens schlagen. Jennifer: „Meine Mutter hat es mir gelassen. Sie sagte, es sei eine Karte.“ Alec: „Dann öffne es. Wir müssen wissen, was unser nächster Schritt ist, bevor die Inquisition die Brücke stürmt.“ Mit zitternden Fingern drückte ich auf den kleinen Mechanismus an der Seite. Das Medaillon sprang auf. Doch statt einer gezeichneten Karte projizierte es ein kleines, gestochen scharfes Hologramm in die dunkle Luft von Limbo City. Es zeigte einen Mann in einer prachtvollen, schwarzen Rüstung. Sein Gesicht war streng, fast wie aus Stein gemeißelt, aber seine Augen… sie hatten genau das gleiche tiefe Blau wie mein Kristall. Unter dem Bild erschien ein Name in flammender Schrift: Valerius, Großmeister der Inquisition. Philipp: (seine Stimme wurde zu einem hohlen Flüstern) „Das ist nicht möglich…“ Jennifer: „Wer ist das, Philipp? Kennst du ihn?“ Philipp: „Jeder in der Unterwelt kennt ihn. Er ist der grausamste Jäger, den es je gab. Er hat Tausende von uns ausgelöscht. Er gilt als der Mann, der kein Mitleid kennt.“ Isabel: „Und er ist dein Vater, Jennifer. Er war derjenige, der deine Mutter in die Simulation getrieben hat, um dich vor seinem eigenen Orden zu verstecken. Die Inquisition duldet keine ‚Mischlinge‘. Er sieht dich nicht als Tochter – er sieht dich als einen Fehler, den er korrigieren muss.“ Ich starrte das Bild des Mannes an. Mein Vater. Der Mann, der die Monster anführt, die uns seit Wochen jagen. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Jennifer: „Er will mich töten? Sein eigenes Fleisch und Blut?“ Alec: „In seinem Orden zählt nur die Reinheit, Jen. Für ihn bist du eine Bedrohung für das Gleichgewicht der Welten.“ Plötzlich ertönte ein lautes Hornsignal, das durch die ganze Stadt hallte. Am Horizont von Limbo City näherten sich hunderte von brennenden Fackeln. Die Armee der Inquisition rückte vor. An der Spitze der Truppen ritt ein Mann auf einem gewaltigen Schattenross. Selbst aus der Ferne spürte ich die Kälte, die von ihm ausging. Isabel: „Er ist hier. Er hat gespürt, dass das Medaillon aktiviert wurde. Er kommt, um das zu beenden, was er vor Jahren begonnen hat.“ Philipp: „Wir können hier nicht kämpfen. Wir sind eingekesselt. Jennifer, das Medaillon hat noch eine zweite Funktion. Schau auf die Rückseite!“ Ich drehte das Goldstück um. Dort war eine kleine Rune eingraviert, die aussah wie ein Schlüssel.
Between Devils and Angels – Kapitel 42

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