Die alte Steinkirche von Blackwood Cove ragte wie ein drohender Finger in den vernebelten Himmel. Ihre Fenster waren dunkel, und das schwere Eichenportal knarrte protestierend, als Philipp es mit einer Schulter aufstieß. Drinnen roch es nach kaltem Weihrauch, feuchtem Stein und einer seltsamen, elektrischen Spannung. Jayden: „Der Boden hier ist geweiht, aber die Fundamente sind älter als das Christentum. Sie stehen auf einer Kreuzung der Ur-Kräfte.“ Alec humpelte, gestützt auf meine Schulter, tiefer in das Kirchenschiff. Sein verletzter Arm hinterließ dunkle Tropfen auf den staubigen Fliesen. Sarah ging voraus, ihre Hand am Knauf ihres Lichtschwertes, wachsam wie eine Raubkatze. Sarah: „In die Krypta. Dort ist die Barriere am stärksten.“ Wir stiegen eine enge Wendeltreppe hinab, die tief in den Fels unter der Kirche führte. Hier unten war die Luft schwer und still. Doch als wir den untersten Raum betraten, blieben wir alle wie angewurzelt stehen. An der hinteren Wand, direkt hinter einem Altar aus rohem Basalt, befand sich ein riesiges Fresko. Die Farben waren verblasst, aber die Motive waren erschreckend klar. Jennifer: „Das… das bin ich.“ Das Gemälde zeigte eine Frau in der Mitte, deren Augen in einem tiefen Blau leuchteten – genau wie meine, wenn die Leere mich übernimmt. Zu ihrer Linken stand ein Krieger mit schwarzen Schwingen und Flammen in den Augen (das Ebenbild von Philipp), und zu ihrer Rechten eine Gestalt, die eins mit den Schatten verschmolz, die Finger zu tödlichen Klauen geformt (Alec). Alec: „Das ist unmöglich. Das Bild muss Jahrhunderte alt sein.“ Philipp: (tritt näher und berührt den kalten Stein) „Es ist keine Prophezeiung, Alec. Es ist eine Aufzeichnung. Es ist schon einmal passiert.“ Ich trat vor den Altar. Mein ungeborenes Kind bewegte sich heftig, als würde es das Bild erkennen. Unter dem Fresko standen Runen in einer Sprache, die ich nicht lesen konnte, aber in meinem Kopf formten sich die Worte ganz von selbst. Jennifer: (flüsternd) „Die Triade des Gleichgewichts. Wenn das Licht zu starr wird und die Finsternis zu gierig, wird die Leere geboren, um die Waagschale zu halten.“ Jayden: „Das ist die Häresie der Ur-Zeit. Wir Engel wurden gelehrt, dass dies eine Lüge der Teufel sei, um ihren Platz in der Schöpfung zu rechtfertigen.“ Sarah: „Und uns Teufeln wurde gesagt, es sei ein Trick des Himmels, um uns zu unterwerfen“, fügte Alec hinzu, wobei er Sarahs Titel für ihn ignorierte. Plötzlich begann das Bild zu leuchten. Die Frau auf dem Wandgemälde schien ihre Hand auszustrecken. Ein kleiner Spalt im Stein öffnete sich, und ein uraltes, metallisches Objekt fiel heraus: Es war eine zweite Hälfte des Medaillons, das ich bereits besaß. Doch bevor ich danach greifen konnte, erzitterte die gesamte Krypta. Ein feiner Staub rieselte von der Decke, und das Singen der gläsernen Ritter war plötzlich wieder da – diesmal direkt über uns, in der Kirche. Castian: (der uns unbemerkt gefolgt war und im Schatten der Treppe stand) „Sie haben die Ley-Linie gefunden. Die Kirche wird sie nicht aufhalten. Sie zerstören nicht die Steine, Jennifer – sie kristallisieren die Zeit selbst. Wenn wir hierbleiben, werden wir für immer in diesem Moment gefangen sein.“
Between Devils and Angels – Kapitel 67

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