Thorned – Kapitel 41

© Alle Rechte vorbehalten.

Der nächste Morgen begann so friedlich, wie ich es mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können. Das sanfte Rauschen der Wellen hatte mich geweckt, und als ich die Augen öffnete, fiel warmes, goldenes Sonnenlicht durch die weißen Vorhänge meines Zimmers. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich mein Herz nicht mehr so schwer an.

Beim Frühstück auf der Terrasse, mit Blick auf die endlose Ägäis, breitete Philipp eine Karte vor uns aus. Er wirkte voller Tatendrang und Freude.

Philipp: „Guten Morgen, meine Lieben! Ich dachte mir, wir machen heute einen Ausflug zu einer ganz besonderen Bucht. Sie ist etwas versteckt, aber das Wasser dort ist so klar, dass man bis zum Grund sehen kann. Was haltet ihr davon?“

Isabel: „Strand und Meer? Da musst du mich nicht zweimal fragen! Ich bin bereit!“

Ich lächelte Philipp an. Es war immer noch ein seltsames, aber schönes Gefühl, ihn so zu erleben. Jahrelang war er für mich nur „Onkel Philipp“ gewesen – der Ehemann meiner Tante Jennifer. Dass die beiden in Wahrheit meine leiblichen Eltern waren, war eine Wahrheit, die alles verändert hatte. Grace, Jennifers Schwester, und ihr Mann William hatten mich wie ihre eigene Tochter aufgezogen. Sie waren meine Eltern gewesen – bis zu jenem schrecklichen Tag vor drei Jahren, als der Autounfall sie mir entriss.

Philipp bemerkte meinen nachdenklichen Blick und legte sanft seine Hand auf meine.

Philipp: „Geht es dir gut, Elena? Wir müssen nicht los, wenn du dich lieber ausruhen möchtest.“

Ich: „Nein, Dad, alles gut. Ich habe nur gerade an Grace und William gedacht… und wie dankbar ich bin, dass ich jetzt hier bei euch sein darf.“

Philipps Augen wurden weich. Er und Jennifer hatten damals die schwere Entscheidung getroffen, mich in die Obhut von Grace zu geben, und ich wusste jetzt, dass sie mich nie aus mangelnder Liebe weggegeben hatten.

Philipp: „Sie haben einen wunderbaren Job gemacht, Elena. Sie haben dich zu der Frau gemacht, die du heute bist. Und ich bin ihnen ewig dankbar, dass sie dich so geliebt haben, als wir es nicht konnten. Aber heute… heute wollen wir nach vorne schauen.“

Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Philipp steuerte den Wagen sicher durch die engen, kurvigen Straßen, vorbei an alten Olivenhainen. Er war so fürsorglich und bemüht, mir die Schönheit seiner Heimat zu zeigen. Es tat so gut zu sehen, wie sehr er und Jennifer sich liebten und wie sehr sie sich freuten, mich endlich als ihre Tochter bei sich zu haben.

Als wir schließlich die Bucht erreichten, raubte es uns den Atem. Das Wasser glitzerte wie flüssiges Türkis in der Sonne. Wir verbrachten den Vormittag mit Schwimmen und Lachen. Später saßen wir in einer kleinen Taverne direkt am Wasser.

Philipp: „Ich möchte, dass du weißt, Elena: Dein Glück steht für uns an erster Stelle. Wenn Alec mit seiner Band in New York fertig ist und die neuen Songs im Studio aufgenommen hat, werden wir einen Weg finden, dass ihr euch sehen könnt. Er gehört jetzt auch zur Familie.“

Ich spürte eine Welle der Erleichterung. Dass er Alec so offen akzeptierte, bedeutete mir alles. Ich holte mein Handy heraus und sah eine Nachricht von Alec. Kein Vorfall, kein Drama – nur ein Foto von ihm im Studio, die Kopfhörer um den Hals und ein müdes, aber glückliches Lächeln im Gesicht.

Alec: „Der erste Song ist im Kasten, Babe. Er ist nur für dich. Ich hoffe, du genießt die Sonne. Ich zähle die Sekunden, bis ich wieder bei dir sein kann.“

Ich zeigte das Foto meinem Dad und Jennifer.

Ich: „Er arbeitet hart. Er liebt es, Musik zu machen.“

Philipp betrachtete das Bild lächelnd.

Philipp: „Man sieht es in seinen Augen..“

Ich lehnte mich glücklich zurück. In diesem Moment, zwischen dem Blau des Meeres und der Wärme meiner neuen Familie, fühlte ich mich zum ersten Mal seit Jahren wieder vollkommen.

*Sämtliche Bilder wurden mittels KI erstellt und dienen der kreativen Inspiration sowie zur Unterhaltung

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

× Lightbox