Thorned – Kapitel 59

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Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen schossen, während ich fast schon fluchtartig die Stufen nach oben stolperte, weil die Last der vergangenen Minuten und die erdrückende Erkenntnis über Alec und Olivia wie ein zentnerschweres Gewicht auf meiner Brust lagen. Oben angekommen, stürmte ich in mein Zimmer, schloss die Tür hinter mir und lehnte mich mit dem Rücken gegen das kalte Holz, während ich versuchte, die unkontrollierten Schluchzer zu unterdrücken, die aus meiner Kehle dringen wollten.

Es war nicht nur die Angst vor Jonah oder das Chaos im Wohnzimmer, sondern dieser eine, quälende Gedanke, dass ich für Alec vielleicht nur die zweite Wahl war – die Frau, die seinen Schmerz linderte, weil diejenige, die er eigentlich geliebt hatte, nicht mehr da war. Plötzlich hörte ich leise Schritte auf dem Flur, die direkt vor meiner Tür innehielten, bevor ein vorsichtiges Klopfen die Stille zerriss.

Alec: „Elena, bitte mach die Tür auf, ich weiß genau, was in deinem Kopf vorgeht, und ich kann nicht zulassen, dass du dich jetzt mit diesen dunklen Gedanken allein lässt.“

Ich: „Geh weg, Alec, geh einfach zurück zu den anderen und kümmere dich um Jonah oder hilf Isabel, denn ich brauche gerade einfach einen Moment, um wieder atmen zu können, ohne das Gefühl zu haben, dass mein Herz in tausend Teile zerbricht.“ Ich hörte, wie er schwer ausatmete, doch anstatt zu gehen, drückte er die Klinke nach unten und trat leise ins Zimmer, da ich vergessen hatte abzuschließen, und im nächsten Moment spürte ich bereits seine starken Arme, die mich von der Tür weggezogen und fest an sich drückten. Alec: „Hör mir gut zu, Elena, denn ich sehe in deinen Augen diesen Zweifel, und es zerreißt mich zu wissen, dass du glaubst, du wärst nur ein Ersatz für eine Vergangenheit, die längst abgeschlossen ist, egal wie schmerzhaft sie war.“ Ich: „Aber du hast es selbst gesagt, ihr hattet Zukunftspläne und ihr wart glücklich, und wenn dieser Unfall niemals passiert wäre, dann würdest du jetzt nicht hier bei mir stehen, sondern du wärst irgendwo da draußen und hättest das Leben, das du dir mit ihr immer gewünscht hast.“ Alec: „Das Leben lässt sich nicht in ‚Was wäre wenn‘ planen, und auch wenn Olivia ein wichtiger Teil meiner Jugend war, so ist das, was ich für dich empfinde, tiefer und echter als alles, was ich jemals zuvor gespürt habe, weil du mich in einer Zeit gerettet hast, in der ich selbst nicht mehr wusste, wer ich eigentlich bin.“ Ich sah zu ihm auf, seine Augen suchten händeringend nach einer Verbindung zu mir, während unten im Haus das ferne Geräusch von Sirenen zu hören war, die ankündigten, dass die Polizei jeden Moment eintreffen würde, um Jonah mitzunehmen. Alec: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, und Jonahs Schmerz zeigt nur, wie sehr ein Verlust einen Menschen zerfressen kann, aber ich will nicht, dass seine Verbitterung auch noch das zerstört, was wir beide uns mühsam aufgebaut haben.“ Ich: „Es ist nur so schwer zu ertragen, dass mein Onkel der Grund für all dieses Leid ist, für deinen Schmerz, für Jonahs Zusammenbruch und dafür, dass eine junge Frau sterben musste, nur weil er seine eigenen Dämonen nicht im Griff hatte.“ In diesem Moment klopfte es erneut, und mein Vater steckte vorsichtig den Kopf durch den Türspalt, sein Gesicht gezeichnet von den Sorgen der letzten Stunde, aber mit einem festen Blick, der keinen Widerspruch duldete. Philipp: „Die Beamten sind unten und nehmen Jonah gerade mit, er hat keinen Widerstand geleistet, aber sie wollen auch mit euch beiden sprechen, um das Protokoll abzuschließen, also nehmt euch noch eine Minute, aber dann müssen wir das hier zu Ende bringen.“

*Sämtliche Bilder wurden mittels KI erstellt und dienen der kreativen Inspiration sowie zur Unterhaltung

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