Thorned – Kapitel 61

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Wir traten langsam in das helle Licht des Wohnzimmers, wo die Atmosphäre noch immer von einer bleiernen Schwere erfüllt war, während zwei Polizisten damit beschäftigt waren, Jonah die Handschellen anzulegen, was metallisch und endgültig durch den Raum klickte. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als ich sah, wie gebrochen er dort stand; der Hass, der zuvor noch aus seinen Augen geblitzt hatte, war einer tiefen, resignierten Traurigkeit gewichen.

Jennifer: „Elena, Schatzi, komm her zu mir, der Polizist möchte nur kurz wissen, was genau Jonah gesagt hat, bevor Alec und Philipp dazwischengegangen sind, damit sie den Vorfall richtig einordnen können.“

Ich atmete zittrig ein und spürte Alecs Hand fest in meinem Rücken, die mir den nötigen Halt gab, um nicht direkt wieder in Tränen auszubrechen, während ich den Blick der Beamten auffing.

Ich: „Er war außer sich vor Schmerz und wollte Rache für Olivia, weil er glaubt, dass Alec oder ich für das büßen müssen, was mein Onkel damals getan hat, aber am Ende hat er eingesehen, dass Gewalt niemanden zurückbringt.“

Polizist: „Vielen Dank, Elena, das deckt sich mit den Aussagen Ihres Vaters, wir werden den jungen Mann jetzt erst einmal mit auf das Revier nehmen, damit er sich beruhigen kann und wir die Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung aufnehmen können.“

Als sie Jonah zur Tür führten, hielten sie kurz inne, und sein Blick traf meinen ein letztes Mal, wobei er für einen winzigen Moment fast schon entschuldigend wirkte, bevor er leise anfing zu sprechen.

Jonah: „Es tut mir leid, dass ich euch so erschreckt habe… ich wollte einfach nur, dass dieser Schmerz aufhört, aber ich sehe jetzt, dass ihr genauso unter der Vergangenheit leidet wie ich.“

Alec: „Such dir Hilfe, Jonah, denn Olivia hätte niemals gewollt, dass du dein Leben wegwirfst oder unschuldigen Menschen wehtust, nur weil du mit deiner Trauer nicht allein klarkommst.“

Nachdem die Haustür ins Schloss gefallen war und die blauen Lichter der Streifenwagen langsam von den Wänden verschwanden, ließen wir uns alle erschöpft auf die Sofas sinken, wobei Isabel sich immer noch zitternd an ihrem Wasserglas festhielt.

Isabel: „Ich kann immer noch nicht glauben, dass das gerade wirklich passiert ist, ich dachte in einem Moment echt, dass er Alec etwas antut und wir alle hier nicht mehr heil herauskommen.“

Philipp: „Es ist vorbei, Isabel, wir sind alle in Sicherheit, und ich werde dafür sorgen, dass wir morgen erst einmal die Schlösser austauschen und vielleicht für ein paar Tage wegfahren, damit wir diesen Schock gemeinsam verdauen können.“

Ich lehnte meinen Kopf an Alecs Schulter und schloss die Augen, während die Stimmen meiner Eltern im Hintergrund langsam leiser wurden, doch die Worte von vorhin hallten noch immer in meinem Kopf nach.

Ich: „Alec, glaubst du wirklich, dass wir jetzt endlich Frieden finden können, oder wird die Geschichte mit Olivia und meinem Onkel uns immer wie ein Schatten verfolgen?“

Alec: „Wir werden lernen, damit zu leben, Elena, aber wir werden es gemeinsam tun, und ab heute lassen wir nicht mehr zu, dass die Fehler der Toten unsere lebendige Liebe zerstören.“

*Sämtliche Bilder wurden mittels KI erstellt und dienen der kreativen Inspiration sowie zur Unterhaltung

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