Das Beben wurde stärker. Es war kein Wackeln der Wände, sondern ein tiefes Vibrieren, das direkt aus dem Boden kam. Der Boden im Zimmer von Isabel begann schwarz zu werden, als würde Tinte durch den Marmor sickern. Philipp: „Jennifer, geh hinter mich! Das ist kein Licht der Engel. Das ist die pure Leere der Unterwelt.“ Alec: „Sie schicken die Inquisitoren. Das sind Jäger, die darauf spezialisiert sind, Teufel wie uns zu jagen, wenn wir die Gesetze brechen.“ Ich dachte nicht daran, mich zu verstecken. Ich spürte, wie das Silber in meinen Adern zu kochen begann. Die Verbindung zu den beiden in meinem Kopf war jetzt wie ein gespanntes Seil. Ich fühlte ihren Stolz, aber auch ihre Angst um mich. Jennifer: „Ich verstecke mich nicht mehr, Philipp. Ihr habt für mich geblutet. Jetzt bin ich dran.“ Plötzlich brachen drei Gestalten aus dem schwarzen Schatten am Boden hervor. Sie trugen lange, staubige Ledermäntel und Masken, die wie Totenköpfe aus Metall aussahen. In ihren Händen hielten sie schwere Ketten aus schwarzem Eisen, die vor dunkler Magie funkelten. Inquisitor: „Philipp. Alec. Ihr habt euch mit dem Chaos verbunden. Ihr habt die Grenzen unserer Welt verletzt. Der Abgrund verlangt nach euch.“ Die Ketten schossen nach vorne wie Schlangen. Alec konnte einer Kette gerade noch ausweichen, doch die zweite wickelte sich um Philipps Arm. Er schrie auf, als das Eisen zischte und seine Haut verbrannte. Jennifer: „Lass ihn los!“ Ich streckte meine Hände aus. Ich versuchte nicht mehr, die Kraft zu kontrollieren – ich ließ sie einfach fließen. Ein silberner Blitz schoss aus meinen Fingerspitzen und traf die Kette des Inquisitors. Das schwarze Eisen zersplitterte wie Glas. Der Inquisitor taumelte zurück. Seine Maske fiel zu Boden und enthüllte ein Gesicht, das nur aus Schatten und zwei glühenden roten Augen bestand. Inquisitor: „Das Chaos-Kind… es ist stärker, als die Legenden sagen. Aber gegen die Ketten des Abgrunds hat sie keine Chance.“ Zwei weitere Inquisitoren stürzten sich auf mich. Ich spürte, wie Alec an meine Seite trat. Wir standen Rücken an Rücken. Alec: „Zusammen, Jennifer! Verbinde deine Kraft mit meinem Schatten!“ Ich legte meine Hand in seine. In diesem Moment spürte ich eine unglaubliche Energie. Mein Silber vermischte sich mit seinem Schwarz. Gemeinsam schleuderten wir eine Welle aus purer Zerstörung durch den Raum. Die Inquisitoren wurden gegen die Wände geschleudert und lösten sich in schwarzen Rauch auf. Stille kehrte in das Zimmer zurück. Philipp hielt sich seinen verletzten Arm, während Isabel immer noch am Boden saß und uns mit großen Augen ansah. Isabel: „Das war erst die erste Welle, Jen. Sie werden nicht aufhören. Sie haben deinen Duft jetzt in der Nase.“ Philipp: „Sie hat recht. Das Anwesen ist nicht mehr sicher. Sie wissen jetzt, dass wir hier sind.“ Jennifer: „Wo sollen wir hin? Die Engel jagen uns, die Unterwelt jagt uns… es gibt keinen Ort mehr.“ Alec sah mich an. Sein Blick war ernst, aber da war auch ein Funken Abenteuerlust. Alec: „Es gibt einen Ort. Das ‚Niemandsland‘. Eine Stadt zwischen den Welten, in der sich Ausgestoßene wie wir verstecken. Es ist gefährlich, schmutzig und voller Monster – aber dort können sie uns nicht so leicht finden.“
Between Devils and Angels – Kapitel 24

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