Valerius hob seine rechte Hand. In seiner Handfläche leuchtete ein kleiner, schwarzer Würfel, der ein unerträglich hohes Summen von sich gab. Es war kein Geräusch für die Ohren, sondern ein Befehl direkt an mein Blut. Valerius: „Du hast genug Zeit mit diesen niederen Wesen verschwendet, Jennifer. Es ist Zeit, die Waffe scharf zu schalten.“ In meiner Brust explodierte ein Schmerz, den ich noch nie zuvor gespürt hatte. Der blaue Kristall in mir, der bisher ruhig geflossen war, begann sich wie flüssiges Blei auszudehnen. Mein Sichtfeld färbte sich tiefblau. Jennifer: „Agh… nein! Stopp es! Alec… Philipp… lauft weg!“ Ich spürte, wie meine Gliedmaßen sich versteiften. Ich hatte keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Wie eine Marionette an unsichtbaren Fäden hob ich meine Hände. Blaue Blitze zuckten zwischen meinen Fingern, so heiß und gewaltig, dass der Steintisch im Archiv einfach zu Staub zerfiel. Alec: „Jennifer! Kämpf dagegen an! Du bist stärker als dieser Würfel!“ Alec wollte auf mich zustürmen, doch ich schoss – völlig automatisch – eine Welle aus purer Zerstörung auf ihn ab. Er wurde gegen die Wand geschleudert und blieb keuchend liegen. Philipp: „Valerius, hör auf! Du bringst sie um!“ Valerius: „Ich perfektioniere sie. Sieht sie nicht prachtvoll aus? Das ist die Macht, die Welten ordnet.“ In meinem Kopf schrie ich. Ich wollte weinen, ich wollte Alec aufhelfen, aber mein Körper drehte sich zu Philipp um. Meine Hand formte einen Speer aus blauem Licht, der direkt auf sein Herz zielte. Jennifer: (mit einer Stimme, die nicht meine war) „Eliminiere… das Hindernis.“ Tränen liefen mir über die Wangen, während mein Körper den tödlichen Stoß vorbereitete. Philipp rührte sich nicht. Er zog seine Waffe nicht einmal. Er sah mir einfach nur in die Augen, mit diesem ruhigen, traurigen Blick, den er immer hatte, wenn er mich beschützen wollte. Philipp: „Wenn das der einzige Weg ist, Jennifer… dann nimm mein Leben. Aber ich werde nicht gegen dich kämpfen.“ Dieser Satz traf mich tiefer als jede Magie meines Vaters. Tief in der Dunkelheit meiner blockierten Gedanken begann ein kleiner Funke zu brennen. Es war nicht das Chaos und nicht das Licht – es war die Verbindung zu den beiden.
Between Angels and Devils – Kapitel 45

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