Lucians Stimme war kaum mehr als ein Hauch, aber sie schnitt durch die kalte Nachtluft der Festung. Sein Blick war starr auf die Runen gerichtet, die die Wände der Krypta zierten. Jennifer: „Lucian? Welche Frau? Hier ist niemand außer uns.“ Ich sah zu Philipp und Sarah. Sie standen immer noch bei Alec, ihre Hände knapp über seinem Steinkörper schwebend, während ein instabiles Geflecht aus Gold und Weiß um den Obsidian pulsierte. Sie wirkten konzentriert, fast wie in Trance. Lucian: „Sie wohnt im Stein, Mama. Sie weint, weil die helle Frau lügt. Die helle Frau baut keinen Weg nach draußen. Sie baut einen Käfig.“ Mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich stand auf und trat leise an Philipp heran. Er bemerkte mich kaum, Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Die Anstrengung, sein Feuer so präzise zu drosseln, zerrte an seinen Kräften. Jennifer: „Philipp, hör auf. Sofort.“ Philipp: (gepresst) „Nicht jetzt, Jen… wenn ich die Verbindung unterbreche, sackt die Struktur in sich zusammen. Sarah hält den Kern stabil.“ Sarah: (ohne die Augen zu öffnen) „Hör nicht auf sie, Philipp. Die Emotionen der Mutter vernebeln ihr Urteil. Wir sind kurz davor, die violette Resonanz zu isolieren.“ Ich sah zu Sarah. Ihr Gesicht war eine Maske aus vollkommener Reinheit, doch Lucians Worte hallten in meinem Kopf. Ich legte meine Hand an die Wand der Festung und schloss die Augen. Ich suchte nicht nach Magie, sondern nach der Leere – nach dem Echo dessen, was dieser Ort war. Und dann hörte ich sie auch. Ein Wispern, das wie das Reiben von Kieselsteinen klang. „Sie webt das Licht in seine Schatten… Sie bindet seinen Willen an den Thron des Himmels… Wenn er erwacht, wird er kein Teufel mehr sein, sondern ihr Sklave…“ Jennifer: „Philipp, weg von ihm! Das ist kein Heilzauber, das ist eine Versiegelung!“ Ich wartete nicht auf seine Reaktion. Ich entfesselte eine Welle aus Leere-Energie, die sich wie ein Keil zwischen Philipp und Sarah schob. Die Verbindung riss mit einem peitschenden Geräusch. Philipp wurde nach hinten geschleudert, während Sarah mit einer katzenartigen Anmut auf den Füßen landete, ihre Augen nun weit offen und blitzend vor Zorn. Sarah: „Du närrisches Kind! Ich hätte ihn gezähmt! Ich hätte aus diesem Monster etwas Nützliches für die Ordnung gemacht!“ Philipp: (rappelt sich auf, seine Augen glühen dunkelrot) „Du wolltest ihn was?! Du hast gesagt, du rettest ihn!“ Sarah: „Ihn in diesem Zustand zu lassen, ist eine Gefahr! Ein Teufel mit der Macht der Architekten? Das konnten wir nicht zulassen. Ich wollte seine Macht versiegeln, damit er als loyaler Diener des Lichts erwacht.“ Alecs Steinkörper begann zu vibrieren. Ohne die stabilisierende Magie der beiden fing das violette Licht in seinen Rissen an, unkontrolliert zu flackern. Kleine Stücke des schwarzen Obsidians platzten ab. Lucian: „Jetzt wird sie böse, Mama. Die Frau in der Wand sagt, wir müssen Alec die Wahrheit geben, nicht das Licht.“ Plötzlich begann die Festung selbst zu beben. Die Wände aus Stein begannen sich zu verformen, Gesichter und Hände schoben sich aus dem Basalt. Das Refugium schien auf Lucians Präsenz zu reagieren.
Between Devils and Angels – Kapitel 79

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