Ich sah das Leuchten in Lucians Augen – es war nicht mehr das lebendige Chaos, das ich kannte. Es war eine kalte, mathematische Ruhe. Er sah zu, wie die gläsernen Ritter Jaydens Männer in leblose Statuen verwandelten, und er lächelte dabei nicht einmal. Er war einfach… distanziert. Jennifer: „Alec, Philipp! Wir müssen Jayden und Sarah da rausholen. Jetzt!“ Alec: „Bist du wahnsinnig? Sie wollten uns vor zehn Minuten noch den Kopf abschlagen!“ Jennifer: „Wenn wir zulassen, dass die Architekten sie im Namen von Lucian abschlachten, verlieren wir ihn an die Stille. Er wird denken, dass das die Lösung für alle Konflikte ist. Er wird zum Monster, das sie in ihm sehen!“ Philipp verstand als Erster. Er sah zu seinem Sohn, dann zu der violetten Flut auf der Brücke. „Verstanden. Ich hole die Blechdosen da unten weg. Alec, du deckst mich!“ Philipp sprang erneut vom Balkon, doch diesmal landete er direkt neben Jayden. Er entfesselte eine Druckwelle aus goldenem Feuer, die die gläsernen Ritter für einen Moment zurückwarf. Jayden: (schwer atmend, sein Schild ist gesplittert) „Was soll das, Teufel? Willst du den ersten Schlag selbst führen?“ Philipp: „Halt den Mund und kämpf, Engel! Jen will nicht, dass unser Sohn zusieht, wie ihr sterbt. Also beweg deinen Hintern!“ Oben auf der Terrasse packte ich Lucians Hände. Sie waren eiskalt. Jennifer: „Lucian, schau mich an! Das ist nicht die Ordnung, die wir wollen. Leben bedeutet Lärm, Lucian. Leben bedeutet Feuer und Streit und Versöhnung. Wenn du alles still machst, bist du allein.“ Lucian: „Aber dann… tut es niemandem mehr weh, Mutter.“ Jennifer: „Doch, mir! Es tut mir weh, dich so zu sehen. Ruf sie zurück!“ Ich konzentrierte meine eigene Leere-Kraft und leitete sie in ihn hinein – nicht als Waffe, sondern als ein Gefühl. Ich schickte ihm die Erinnerung an sein erstes Lachen, an Philipps warme Umarmung und Alecs Geschichten. Ich zwang ihn, die Emotionen der Menschen auf der Brücke zu spüren: ihre Angst, ihren Überlebenswillen. Lucian zuckte zusammen. Die blauen Flammen in seinen Augen begannen zu flackern. Lucian: (flüsternd) „Es ist… so laut. So viele Stimmen…“ Auf der Brücke kämpften Sarah und Alec nun Seite an Seite. Sarahs Lichtschwerter schnitten durch das Glas, während Alec die Schatten nutzte, um die Ritter in den Abgrund zu ziehen. Es war ein absurdes Bild: Die Inquisition und die Familie der Leere, vereint gegen die absolute Ordnung. Plötzlich stieß Lucian einen gellenden Schrei aus. Die blaue Energie um ihn herum explodierte, aber diesmal war sie nicht gerichtet. Sie war ein Hilferuf. Die gläsernen Ritter erstarrten. Ihr Singen verwandelte sich in ein schmerzhaftes Kreischen, und sie begannen, in sich selbst zusammenzufallen. Jayden: (sieht zu uns hoch) „Er bricht ihre Verbindung!“ Doch die Architekten gaben nicht auf. Einer der riesigen violetten Monolithen begann zu glühen. Ein Strahl aus reinem, fokussiertem Glaslicht schoss direkt auf die Terrasse – direkt auf Lucian.
Between Devils and Angels – Kapitel 76

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