Ich lag noch völlig benommen zwischen den beiden. Mein Körper zitterte nach der Ekstase, und der Schweiß klebte uns wie eine zweite Haut zusammen. Philipps Arm lag schwer über meiner Taille, und Alec hatte sein Gesicht in meinem Nacken vergraben. In diesem Moment fühlte ich mich unbesiegbar. Plötzlich wurde der schwere Vorhang des Zeltes beiseite gerissen. Philipp: „Wer wagt es?!“ Philipp war in einer Sekunde hellwach. Er sprang auf, vollkommen nackt und bereit zu töten, seine Augen glühten bereits wieder wie Kohlen. Doch im Eingang stand Martha. Sie hielt sich entsetzt die Hand vor den Mund, aber nicht wegen unserer Nacktheit. Sie starrte auf die Luft über uns. Martha: „Ihr Unvorsichtigen! Seht euch an, was ihr getan habt!“ Ich zog mir ein Fell über die Brust und blickte nach oben. Über dem Bett schwebte eine leuchtende Säule aus blauem und goldenem Licht. Sie durchbrach die Decke des Zeltes und schoss wie ein Laserstrahl direkt in den schwarzen Himmel des Ödlands. Alec: (flucht leise, während er in seine Hose springt) „Das Band… die Vereinigung hat die Energie des Kristalls verstärkt. Wir haben ein Signal gesendet.“ Martha: „Ein Signal? Ihr habt eine Fackel angezündet, die man bis in die Eiserne Zitadelle sieht! Valerius ist nicht dumm. Er weiß jetzt genau, dass Jennifer ihre Kraft mit zwei Teufeln geteilt hat. Er wird keine Armee schicken – er wird den ‚Himmelssturz‘ auslösen.“ Draußen im Lager begann Panik auszubrechen. Die Rebellen rannten durcheinander. Ich trat aus dem Zelt und sah zum Horizont. Dort, wo die Zitadelle lag, öffnete sich der Himmel. Riesige, brennende Felsbrocken, umhüllt von weißem Engelsfeuer, regneten auf das Ödland herab. Jennifer: „Er will das ganze Lager auslöschen, nur um mich zu kriegen.“ Philipp: „Wir müssen hier weg. Sofort! Wenn wir bleiben, sterben diese Menschen wegen uns.“ Alec: „Martha, wo ist der schnellste Weg zum Ursprung? Wir brauchen keine Karte mehr, wir brauchen ein Wunder.“ Martha reichte mir einen kleinen, unscheinbaren Beutel. „Darin ist der Staub der Vergessenheit. Streut ihn hinter euch, während ihr flieht. Er wird eure Spur für ein paar Stunden verwischen, aber ihr müsst rennen, als wäre der Teufel hinter euch her – und in eurem Fall ist er das ja wirklich.“ Sie gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Rettet uns, Jennifer. Werdet die Königin, die wir brauchen.“ Wir stürmten los, weg von den Feuern des Lagers, hinein in die endlose Schwärze des Ödlands, während hinter uns die ersten brennenden Trümmer der Inquisition einschlugen.
Between Devils and Angels – Kapitel 52

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