Ich starrte den jungen Mann an. Es war Mark. Mein Ex-Freund aus der Zeit, als mein größtes Problem noch schlechte Noten oder eine leere Kasse in der Kneipe waren. Er sah älter aus, müder, aber seine blauen Augen hatten immer noch diesen sanften Blick, der mich früher beruhigt hatte. Jennifer: „Mark? Was… was machst du hier? Woher wusstest du, dass wir in dieser Pension sind?“ Bevor Mark antworten konnte, stand Alec bereits hinter mir. Er knurrte leise, eine tiefe, gutturale Warnung, die direkt aus seiner Teufelsnatur kam, auch wenn er jetzt wie ein normaler Mann aussah. Philipp trat ebenfalls vor, seine massiven Schultern füllten fast den ganzen Türrahmen aus. Alec: „Wer ist das, Jen? Und warum sollte ich ihm nicht direkt die Kehle durchschneiden?“ Mark: (weicht erschrocken zurück) „Ganz ruhig! Ich bin ein Freund. Jen, wer sind diese Typen? Sie sehen aus, als kämen sie direkt aus einem Actionfilm.“ Jennifer: „Es ist kompliziert, Mark. Alec, Philipp, das ist Mark. Er… er gehört zu meinem alten Leben.“ Mark atmete zittrig aus und sah mich an, sein Blick glitt zu meinem gewölbten Bauch. „Du bist schwanger? Jen, was ist passiert? Seit du verschwunden bist, ist diese Stadt verrückt geworden. Ein alter Mann, wir nennen ihn den ‚Blinden Seher‘, ist vor einer Woche in die Stadt gekommen. Er sitzt jeden Tag am Hafen und erzählt jedem, der es hören will, dass die ‚Königin der Scherben‘ heute Nacht am Strand angespült wird.“ Philipp: „Der Blinde Seher? Beschreib ihn uns.“ Mark: „Er ist uralt, trägt einen zerfetzten grauen Mantel und hat keine Augen, nur vernarbte Haut. Er sagte mir, ich solle hierher kommen und dir das hier geben.“ Mark reichte mir einen kleinen, runden Stein. Er war pechschwarz und fühlte sich eiskalt an – kälter als das Eis in Limbo. Als ich ihn berührte, zuckte ein violetter Funke durch meine Finger. Jennifer: (leise) „Die Architekten… sie sind schon hier. Oder zumindest ihr Einfluss.“ Alec: „Mark, wo ist dieser Seher jetzt?“ Mark: „In der alten Leuchtturmwärter-Hütte. Er sagte, Jennifer muss ihn allein besuchen. Wenn die ‚Schattenmänner‘ – ich schätze, damit meint er euch zwei – mitkommen, wird er die Wahrheit mit ins Grab nehmen.“ Alec und Philipp tauschten einen hasserfüllten Blick aus. Sie hassten es, mich allein zu lassen, besonders jetzt, wo sie ihre Kräfte kaum spüren konnten. Alec: „Vergiss es. Du gehst nirgendwohin ohne uns.“Philipp: „Es ist eine Falle, Jen. Ein blinder Seher in Maine? Das stinkt meilenweit nach einer Masche der gläsernen Ritter.“ Ich sah auf den schwarzen Stein in meiner Hand. Er pulsierte im Takt meines ungeborenen Kindes. Jennifer: „Er weiß von mir, Philipp. Er weiß von der Königin. Wenn ich nicht gehe, finden sie uns sowieso. Ich muss wissen, ob er ein Feind ist oder jemand, der uns helfen kann, das Baby zu verstecken.“
Between Devils and Angels – Kapitel 62

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