Silas wischte mit zwei seiner Hände den Tresen ab, während die anderen beiden ein schmutziges Glas polierten. Er sah mich mit seinen gelben Augen so intensiv an, dass ich mich fühlte wie eine wertvolle Antiquität, die er gleich schätzen würde. Jennifer: „Ich bin kein Handelsgut, Silas. Wir brauchen nur einen Ort, an dem uns die Inquisitoren nicht finden.“ Silas: „Inquisitoren? Kleines, in Limbo City sind die Inquisitoren dein kleinstes Problem. Wenn sich herumspricht, dass du hier bist, wird jeder Kopfgeldjäger der Zwischenwelt Jagd auf dich machen.“ Er beugte sich über den Tresen, sein Atem roch nach altem Kupfer. Silas: „Ich kann euch verstecken. Ich habe Räume unter der Bar, die energetisch so abgeschirmt sind, dass nicht mal ein Erzengel euch findet. Aber das kostet. Und ich will kein Gold.“ Philipp: „Komm zum Punkt, Silas. Was willst du?“ Philipp trat einen Schritt vor und legte seine Hand auf den Tresen. Ich spürte seinen Argwohn durch unser Band – er traute Silas keinen Millimeter. Silas: „Im ‚Palast der Seufzer‘ wird morgen Abend eine Auktion abgehalten. Ein Händler namens Malphas hat dort ein Artefakt: Die Träne der Vergessenheit. Es ist ein kleiner, blauer Kristall. Bringt mir diesen Kristall, und ihr könnt hier wohnen, solange ihr wollt.“ Alec: „Der Palast der Seufzer? Das ist das sicherste Gebäude der Oberstadt. Du schickst uns in ein Himmelfahrtskommando.“ Silas: „Ihr habt ein Chaos-Kind und zwei der fähigsten Teufel, die ich kenne. Wenn ihr das nicht schafft, seid ihr den Schutz sowieso nicht wert.“ Ich sah zu Alec und Philipp. In meinem Kopf hörte ich ihre Stimmen durcheinanderwirbeln. Alec fand die Idee verrückt, aber Philipps Stolz war geweckt. Jennifer: „Wir machen es. Aber wir brauchen Ausrüstung und Informationen über diesen Malphas.“ Isabel: (die bisher still im Schatten stand) „Ich weiß, wer Malphas ist. Er sammelt Wesen wie uns. Der Kristall ist nur der Köder. Er wartet darauf, dass jemand wie Jennifer auftaucht.“ Silas lachte, ein trockenes, rasselndes Geräusch. Silas: „Dann solltet ihr euch beeilen. Hier sind eure Zimmerschlüssel. Ruht euch aus. Morgen Abend müsst ihr glänzen – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Er führte uns in den Keller. Die Zimmer waren klein, aber die Wände waren mit seltsamen Runen beschriftet, die das Summen in meinem Blut dämpften. Es war das erste Mal seit Tagen, dass ich mich nicht wie eine leuchtende Zielscheibe fühlte. Philipp und Alec kamen mit mir in mein Zimmer. Die Enge des Raumes ließ die Spannung zwischen uns sofort wieder ansteigen. Alec: „Du warst mutig da oben, Jennifer. Aber dieser Raub… das wird gefährlich. Malphas ist ein Sammler von Kuriositäten. Er wird dich nicht einfach gehen lassen, wenn er dich sieht.“ Philipp: „Deshalb wirst du nicht als Jennifer dorthin gehen. Wir werden dich verkleiden. Als eine Sklavin… oder als eine dunkle Prinzessin der Unterwelt.“ Philipp trat nah an mich heran und strich mir über den Arm. Die Hitze seiner Berührung war in der kühlen Kellerluft fast schmerzhaft gut. Jennifer: „Eine Prinzessin? Ich kann kaum auf hohen Schuhen laufen, geschweige denn in einem Palast spionieren.“ Alec: „Keine Sorge. Wir werden dir zeigen, wie man sich in der High Society von Limbo bewegt. Und wir werden jede Sekunde an deiner Seite sein.“
Between Devils and Angels – Kapitel 27

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