Der kleine Kellerraum unter Silas’ Bar war kaum beleuchtet, doch die Luft war zum Zerreißchen gespannt. Auf einer hölzernen Bank in der Mitte des Zimmers stand eine offene Truhe, aus der ein kühles, silbernes Licht drang – magischer Schmuck und Stoffe, die Silas uns zur Verfügung gestellt hatte. An der Wand hing ein Kleid aus schwarzer Seide, so dunkel, dass es das spärliche Kerzenlicht förmlich aufsaugte. Jennifer: „Ich erkenne mich selbst kaum wieder. Ist das wirklich nötig? Ich fühle mich wie eine völlig Fremde.“ Ich saß auf der Bank, das schwere Kleid umschmiegte meinen Körper wie eine zweite Haut. Alec kniete vor mir, seine Hände ruhten fest an meiner Taille, während er mich mit einem Blick musterte, der irgendwo zwischen Stolz und brennendem Verlangen lag. Philipp stand hinter mir, seine Hände auf meinen Schultern. Er hatte mir gerade eine filigrane, schwarze Maske aus Spitze und Metall angelegt. Philipp: „Du bist keine Fremde, Jennifer. Du zeigst der Welt nur endlich die Seite von dir, die sie verdient hat. Eine Königin versteckt sich nicht – sie blendet ihre Feinde, damit sie ihren nächsten Schritt nicht kommen sehen.“ Er beugte sich vor und küsste mich sanft auf die Schläfe, während seine Finger über das kühle Metall der Maske strichen. Durch unser Band spürte ich, wie sehr ihn mein Anblick in diesem Moment berauschte. Alec: „Malphas wird seine Augen nicht von dir lassen können. Das ist unser Vorteil. Während er versucht, dein Geheimnis zu ergründen, werden Philipp und ich uns den Weg zum Artefakt bahnen.“ Alec kam ein Stück näher, sein Gesicht war nun nur noch Zentimeter von meinem entfernt. Er sah mich an, als wäre ich das Kostbarste, was er je besessen hatte. Er legte seine Hand an mein Kinn und hob meinen Kopf leicht an. Alec: „Aber vergiss nicht: Diese Maske schützt dich nur vor den Blicken der anderen. Vor uns kannst du nichts verbergen. Ich spüre, wie dein Herz rast, Jennifer. Hast du Angst vor dem Palast… oder vor uns?“ Jennifer: „Vielleicht vor beidem. Alles hier fühlt sich so verboten an. In der Kneipe war das Leben einfach. Hier… hier bin ich eine Diebin, eine Chaos-Prinzessin und ich weiß nicht einmal mehr, wem ich trauen kann.“ Philipp: „Trau deinem Blut. Trau dem Chaos, das uns verbindet.“ Philipp zog mich ein Stück nach hinten gegen seine Brust, während Alec sich vorlehnte und meine Lippen mit seinen suchte. Es war ein tiefer, besitzergreifender Kuss, der den letzten Rest meiner Zweifel für einen Moment wegwischte. In diesem dunklen Keller, umgeben von Schatten und Magie, gab es keine Engel mehr, die mich retten wollten, und keine Welt, die mich verurteilte. Es gab nur uns drei. Plötzlich klopfte es heftig gegen die Kellertür. Die Verbindung in meinem Kopf zitterte vor Alarm. Isabel: (Draußen, ihre Stimme klang gehetzt) „Ihr müsst fertig werden! Die Wagen von Malphas sind bereits in der Unterstadt gesichtet worden. Wenn ihr nicht pünktlich ankommt, wird die Auktion ohne uns beginnen – oder mit einer Razzia!“ Alec löste sich langsam von mir, seine Augen blitzten dunkel. Er stand auf und reichte mir die Hand. Alec: „Dann wollen wir die Herrschaften mal nicht warten lassen. Zeit, den Palast der Seufzer zum Einsturz zu bringen.“
Between Devils and Angels – Kapitel 28

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