Valerius schwang sein Schwert mit einer Wucht, die den Boden unter uns spaltete. Das weiße Licht der Klinge schnitt durch die Luft, doch ich wich nicht aus. Ich hob nur eine Hand, und als die Klinge auf meinen Schutzschild aus Leere traf, erklang ein Geräusch wie berstendes Eis. Valerius: „Ich habe dich erschaffen! Ich bin dein Gott!“ Jennifer: „Du bist nur ein Mann, der vergessen hat, was es heißt, zu lieben.“ Ich nickte Alec und Philipp zu. Sie verstanden sofort. Während ich Valerius mit meiner Energie fixierte, bewegten sie sich mit ihrer neu gewonnenen Kraft. Alec floss wie ein Schatten hinter ihn und packte seine Arme mit Ketten aus purer Dunkelheit. Philipp stürmte von vorne heran und umklammerte Valerius’ Brust mit seinen glühenden Armen, wodurch er die weiße Rüstung des Großmeisters zum Schmelzen brachte. Valerius: „Lasst mich los, ihr Ausgeburten der Hölle!“ Philipp: „Wir gehen nirgendwohin, Schwiegervater.“ Ich trat direkt vor meinen Vater. Ich legte meine Handflächen auf seine Schläfen. Meine blauen Augen leuchteten so hell, dass er den Blick abwenden musste. Jennifer: „Diese Macht war nie für dich bestimmt. Sie gehört der Welt, nicht einem Tyrannen.“ Ich schloss die Augen und begann zu ziehen. Es fühlte sich an, als würde ich einen schweren Anker aus einem tiefen Sumpf ziehen. Das blendend weiße Licht, das Valerius jahrelang missbraucht hatte, floss aus seinen Augen und Poren direkt in mich hinein. Ich nahm es nicht für mich – ich leitete es durch meinen Körper zurück in den See des Ursprungs. Valerius schrie auf, als seine Rüstung zerfiel und sein Körper schrumpfte. Das stolze, unbesiegbare Gesicht wurde faltig und grau. Seine Haare wurden weiß, und seine aufrechte Haltung brach in sich zusammen. Als ich ihn losließ, fiel er in den Staub. Er war kein Großmeister mehr. Er war nur noch ein sterblicher, alter Mann, dessen Hände zitterten. Das göttliche Schwert neben ihm war zu einfachem, rostigem Eisen geworden. Alec: (lässt die Ketten fallen) „Sieh ihn dir an. All der Krieg für nichts.“ Valerius sah zu mir hoch, Tränen der Wut und des Verlusts in den Augen. „Was hast du getan…?“ Jennifer: „Ich habe dir deine Arroganz genommen. Du wirst den Rest deiner Tage als Mensch verbringen und sehen, wie die Welt, die du zerstören wolltest, ohne dich aufblüht.“ Die Armee der Inquisition, die den Staub von der Ferne beobachtet hatte, senkte die Banner. Ohne die göttliche Macht ihres Anführers gab es keinen Grund mehr zu kämpfen. Ich atmete tief durch. Die schwere Sternenrüstung löste sich langsam auf, bis ich wieder in meinen einfachen Kleidern dastand. Die blaue Energie in mir war nun friedlich. Sie war ein Teil von mir, keine Waffe mehr.
Between Devils and Angels – Kapitel 57

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