Die Atmosphäre in der Rod Laver Arena war elektrisierend. Schon Stunden vor dem Einlass vibrierte der Betonboden unter den Füßen der Techniker und Roadies, die tonnenweise Equipment über die Bühne bewegten. Überall brannten helle Scheinwerfer, und der Geruch von frischem Kaffee vermischte sich mit dem Duft von erhitzten Verstärkern. Ich stand am Rand der riesigen Bühne und blickte in den leeren Zuschauerraum, der bald von Tausenden Menschen gefüllt sein würde. Es war ein gewaltiger Unterschied zu den kleinen Clubs, aber hier in Melbourne fühlte es sich an wie ein echtes Heimspiel. Luca: „Okay, Soundcheck in fünf Minuten! James, häng dir die Gitarre um! Jack, hör auf, an den Becken rumzuspielen, wir brauchen jetzt Disziplin!“ Jack: „Luca, du bist heute angespannter als eine Gitarrensaite vor dem Zerreißen. Entspann dich, wir sind bereit!“ Alec kam zu mir herüber, er trug seine abgewetzte Lederjacke und hatte den Gurt seiner schwarzen Fender bereits über der Schulter. Er wirkte konzentriert, aber er hatte dieses Funkeln in den Augen, das er immer hatte, wenn er wusste, dass ein großer Moment bevorstand. Alec: „Ganz schön groß hier drin, oder? Jedes Mal, wenn ich hier stehe, wird mir klar, wie weit wir eigentlich gekommen sind.“ Ich: „Ihr habt hart dafür gearbeitet, Alec. Die Leute da draußen warten nur darauf, euch endlich wieder live zu sehen. Und ich werde direkt dort unten im Fotograben stehen und alles festhalten.“ Alec: „Das ist das Beste daran. Zu wissen, dass du dort bist und diesen Abend durch deine Augen – und deine Kamera – siehst. Das gibt mir ein ganz anderes Gefühl von Sicherheit.“ Plötzlich dröhnte ein tiefer Basslauf durch die Arena. Taylor stand in der Mitte der Bühne und grinste uns zu, während er eine Melodie anspielte, die den Boden zum Beben brachte. Taylor: „He, ihr zwei Turteltäubchen! Weniger Reden, mehr Rock’n’Roll! Alec, komm ans Mikro, wir müssen den Pegel für den neuen Song einstellen!“ Isabel: „Lasst sie doch mal kurz in Ruhe! Elena, ich habe dir einen Platz am Mischpult reserviert, falls es dir im Graben zu wild wird. Die Fans in Melbourne können ziemlich leidenschaftlich sein.“ Ich: „Keine Sorge, Isabel. Ich brauche die Nähe zur Action, wenn mein erster Bericht wirklich gut werden soll. Ich will den Schweiß und die Energie spüren.“ Alec gab mir einen schnellen Kuss auf die Wange, bevor er zum Mikrofonständer trat. Der Soundcheck begann, und als seine Stimme das erste Mal durch die gewaltigen Lautsprechertürme hallte, füllte sie den gesamten Raum aus. Es war kraftvoll, klar und absolut mitreißend. Ich beobachtete sie dabei, wie sie als Team funktionierten. James und Taylor tauschten kurze Blicke aus, Jack gab den Takt vor, und Alec stand im Zentrum, völlig eins mit seiner Musik. In diesem Moment wurde mir klar, dass wir hier in Melbourne wirklich ein neues Kapitel aufschlugen – eines, das nur uns gehörte.
Thorned – Kapitel 91

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