Der Ur-Architekt erkannte, dass er gegen die rohe Gewalt von Alec und Philipp keine Chance hatte. Seine Logik-Kerne schmolzen, aber ein letztes Programm lief noch ab. „Wenn die Liebe eure Stärke ist“, hallte die zerrende Stimme durch die Halle, „dann soll sie euer Untergang sein.“ Plötzlich flackerte das Licht. In einer gewaltigen Explosion aus Glas und Prismen vervielfachte sich meine Gestalt. Wo eben noch ich allein an den Kristalldom gekettet war, standen nun hunderte. Überall im Raum, auf jeder Plattform und hinter jeder Säule, standen Kopien von mir. Sie sahen alle gleich aus: das gleiche zerrissene Kleid, die gleichen braunen Haare, der gleiche verzweifelte Blick. Sogar die Energie, die von uns ausging, war identisch. Philipp: (stoppt mitten im Lauf, seine Fäuste glühen gefährlich) „Was zum…? Jen! Wo bist du?“ Alec: (landet schwerfällig, seine Obsidianflügel klirren leise) „Das ist ein Trick. Eine Illusion.“ Hunderte Stimmen antworteten gleichzeitig, ein schrecklicher Chor aus meiner eigenen Stimme: Alle Jennifers: „Alec! Philipp! Hier bin ich! Helft mir!“ Es war Wahnsinn. Alec wirbelte herum, sein Blick suchte verzweifelt nach einem Makel, einem Fehler in den Kopien. Doch die Architekten hatten meine DNA perfekt gescannt. Jede Kopie weinte, jede Kopie rief nach Lucian. Die weiße Maske: „Wählt, Teufel. Ein falscher Schlag, und ihr vernichtet das, was ihr zu retten glaubt. Eine Quote von 1 zu 500. Die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers liegt bei 99,8 Prozent.“ Ich hing immer noch im Zentrum des Raumes, unfähig mich zu bewegen, während mein Mund sich gegen meinen Willen bewegte und dieselben Worte schrie wie alle anderen. Ich konnte nicht signalisieren, wer ich war. Doch dann spürte ich eine kleine Hand an meinem Knöchel. Lucian war von Alecs Rücken gerutscht. Er stand mitten im Wald aus Jennifers. Er sah nicht mit den Augen eines Kriegers. Er sah mit den Augen eines Kindes, das seine Mutter an ihrem Herzschlag erkennt. Lucian: „Ihr seid alle laut… aber nur eine von euch riecht nach den Keksen, die wir gestern gebacken haben.“ Er schloss die Augen und breitete seine kleinen Arme aus. Eine Welle aus tiefblauem Licht rollte über den Boden, flach wie Wasser. Wo das Licht die falschen Jennifers berührte, zersplitterten sie wie Glas. Eine nach der anderen löste sich in kalte Pixel auf. Lucian: „Dort! Papa, Philipp! Die da drüben ist echt!“ Er deutete direkt auf mich. Doch der Ur-Architekt gab nicht auf. Er lenkte die verbliebenen hundert Kopien gleichzeitig auf Alec und Philipp. Sie stürzten sich auf sie, nicht mit Waffen, sondern mit Umarmungen, um sie abzulenken und in Sicherheit zu wiegen, während die echten Verteidigungs-Laser der Stadt auf die beiden Teufel zielten.
Between Devils and Angels – Kapitel 96

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