Das Chaos war ohrenbetäubend. Überall um Alec und Philipp herum drängten sich meine Kopien, sie weinten, flehten und krallten sich an ihren Armen fest. Der Ur-Architekt wollte meine Männer in den Wahnsinn treiben, indem er sie zwang, mich wegzustoßen. Philipp: (knurrt, während er versucht, die Kopien abzuschütteln, ohne sie zu verletzen) „Verdammt, Jen! Gib uns ein Zeichen!“ Ich hing immer noch in den violetten Lichtfesseln fest, mein Körper war wie gelähmt. Doch als Lucian meine Hand berührte, riss ein winziger Spalt in der Kontrolle des Architekten auf. Es war nur eine Sekunde, aber es reichte. Ich bündelte meine gesamte Kraft nicht in einen Angriff, sondern in meine Stimme. Ich schrie nicht um Hilfe. Ich sang. Es war die Melodie des Songs, den Alec in jener Nacht in Limbo City für mich geschrieben hatte, als wir noch dachten, wir wären nur ein Teufel und ein verlorenes Mädchen. Jennifer: (mit brüchiger, aber klarer Stimme) „…where the shadows meet the shore, I’ll find you there once more…“ Stille. Augenblicklich erstarrten alle Kopien. Alec riss den Kopf hoch, seine silbernen Augen fanden meine in der Menge der Glaspuppen. Ein kurzes, schmerzhaftes Lächeln huschte über sein Gesicht. Er wusste es. Nur die echte Jennifer kannte die Zeile, die er nie veröffentlicht hatte. Alec: „Das ist sie.“ Er breitete seine Obsidianflügel aus und stieß sich mit einer Kraft ab, die den Boden unter ihm sprengte. Er flog nicht auf mich zu, um mich zu retten – er flog auf mich zu, um mich zu halten. Philipp reagierte ebenso schnell; er entfesselte eine Schockwelle aus goldenem Feuer, die alle Glaskopien in der Umgebung einfach verdampfte, während er mir den Rücken freihielt. Alec prallte gegen den Kristalldom und zerschmetterte die Fesseln mit seinen bloßen Händen. Als ich fiel, fing er mich auf. Seine Arme waren hart wie Stein, aber seine Berührung war so zärtlich, als wäre ich aus Porzellan. Alec: (flüstert gegen meine Stirn, während die Welt um uns herum einstürzt) „Ich hab dich, Jen. Ich hab dich immer.“ Ich krallte mich in sein Hemd, mein Herz schlug gegen seinen Brustkorb wie ein gefangener Vogel. Inmitten des bebenden Raumes, während Alarmsirenen heulten und Laser die Luft zerschnitten, gab es nur uns. Er küsste mich – ein Kuss, der nach verbranntem Ozon und purer Sehnsucht schmeckte. Es war ein Versprechen, dass keine Logik der Welt uns jemals trennen könnte. Philipp: (brüllt über den Lärm hinweg, während er einen herabstürzenden Träger aus Licht mit einer Hand abfängt) „He, ihr Turteltauben! Ich will ja nicht stören, aber die ganze Stadt löst sich gerade in Pixel auf! Können wir das Geknutsche auf später verschieben?“ Alec löste sich grinsend von mir, seine Augen blitzten vor neuer Kraft. Er nahm mich in den einen Arm und Lucian in den anderen. Alec: „Philipp hat recht. Zeit, diesen Computer zu verschrotten.“ Der Ur-Architekt schrie auf, ein verzerrtes, elektronisches Kreischen. Die Zentrale begann, sich in ihre geometrischen Einzelteile zu zerlegen. Der Boden unter uns verschwand.
Between Devils and Angels – Kapitel 97

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