Jennifer: Das ist dein Zuhause? Ich hatte eher mit einer Höhle oder einem Penthouse gerechnet.“ Alec: Wir schätzen unsere Privatsphäre, Jennifer. Und hier drin ist es weitaus gemütlicher als in einer Höhle, das verspreche ich dir.“ Er parkte den Wagen direkt vor dem Haupteingang. Die massiven Doppeltüren aus dunklem Holz schwangen auf, noch bevor wir ausgestiegen waren. Im warmen Licht, das aus der Halle nach draußen fiel, stand Philipp. Er hatte die Ärmel seines schwarzen Hemdes hochgekrempelt und hielt ein Kristallglas in der Hand. Sein Drei-Tage-Bart und das zerzauste schwarze Haar ließen ihn noch gefährlicher aussehen als in der Gasse. Philipp:“ Da seid ihr ja. Ich dachte schon, Alec hätte einen Umweg über die Hölle gemacht, nur um mich warten zu lassen.“ Er trat die Stufen hinunter und öffnete meine Tür. Er bot mir keine Hand an, sondern baute sich einfach vor mir auf und musterte mich mit einem Blick, der mich innerlich erzittern ließ. Es war kein Blick der Sorge, sondern einer von purem Besitzanspruch. Jennifer:“ Ich bin nicht hier, um euch zu unterhalten, Philipp. Ich will wissen, was mit mir passiert.“ Philipp:“ Immer so direkt. Das gefällt mir an dir. Aber erst einmal kommst du rein. Du riechst nach billigem Kneipenbier und Angst, und das passt nicht in dieses Haus.“ Er machte eine einladende Geste, und ich folgte ihm in die riesige Eingangshalle. Der Boden bestand aus poliertem schwarzem Marmor, und ein gewaltiger Kronleuchter warf tanzende Schatten an die hohen Wände. Alec schloss die Tür hinter uns und lehnte sich mit verschränkten Armen dagegen. Jennifer:“ Schön habt ihr es hier. Und jetzt? Sperrt ihr mich in den Keller, damit die Engel mich nicht finden?“ Philipp:“ Der Keller ist für Gäste, die wir nicht mögen. Du hingegen… du bist unser Ehrengast. Alec, bring ihr ein Glas von dem guten Whiskey. Sie sieht aus, als könnte sie einen Schluck Mut gebrauchen.“ Alec:“ Sofort. Aber ich glaube, sie braucht mehr als nur Whiskey, um das zu verdauen, was wir ihr heute noch zeigen werden.“ Alec verschwand in Richtung einer Bar, während Philipp einen Schritt näher auf mich zukam. Er war so groß, dass ich den Kopf in den Nacken legen musste, um ihm in die Augen zu sehen. Er verströmte diesen berauschenden Duft nach Sandelholz und Gewitter. Philipp:“ Du hast heute Nacht etwas entfesselt, Jennifer, das du nicht mehr rückgängig machen kannst. In dir schlummert eine Macht, die das Gleichgewicht zwischen uns und den Engeln zerstören kann. Du bist das Chaos. Und wir werden dafür sorgen, dass du lernst, wie man mit dem Feuer spielt, ohne zu verbrennen.“ Jennifer:“ Und was habt ihr davon? Ihr seid Teufel. Ihr tut nichts ohne Eigennutz.“ Philipp lachte leise, ein tiefes, kehliges Geräusch, das eine Gänsehaut auf meinen Armen verursachte. Er beugte sich so tief zu mir herab, dass sein Atem meine Haut streifte. Philipp:“ Kluges Mädchen. Wir wollen dich auf unserer Seite haben, wenn der Krieg beginnt. Und im Austausch dafür bieten wir dir Schutz – und ein Vergnügen, von dem Jayden und seine Truppe nicht einmal zu träumen wagen.“ In diesem Moment kehrte Alec mit zwei Gläsern zurück. Er reichte mir eines, und als sich unsere Finger berührten, spürte ich wieder dieses elektrische Knistern. Ich war gefangen zwischen zwei Brüdern, die mich wie eine kostbare Beute ansahen.
Between Devils and Angels – Kapitel 4

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