Die Türen der Qudos Bank Arena flogen auf, und es war, als würde ein Staudamm brechen. Eine Woge aus Vorfreude, Energie und dem unverkennbaren Jubel tausender Fans ergoss sich in die weite Halle. Von meinem Platz hinter der Bühne, halb verborgen hinter den riesigen schwarzen Vorhängen, beobachtete ich, wie das leere Rund innerhalb von Minuten zu einem bunten, wogenden Meer aus Menschen wurde.
Luca: „Hörst du das, Elena? Das ist der Sound von Sydney. Sie sind heute nicht nur wegen der Musik hier. Sie sind hier, um ein Statement zu setzen.“
Isabel stand neben mir und hielt ihre Kamera bereit, während sie die ersten Fans in den vorderen Reihen filmte.
Isabel: „Schau mal, Elena! Da vorne, direkt an der Absperrung. Die Mädchen haben sich ‚The Truth‘ auf die Wangen gemalt. Du hast hier in Australien echt eine Bewegung ausgelöst.“
Ich sah hin und schluckte schwer. Es war ein überwältigendes Gefühl. Diese Menschen kannten meine Geschichte, sie hatten die Lügen von Chris gelesen und gesehen, wie sie in sich zusammengebrochen waren. In ihren Augen war ich keine Fremde mehr.
Jack: (der hinter mir auftauchte und sich die Drumsticks in die Hosentasche steckte) „Alles klar bei dir? Du siehst aus, als hättest du gerade ein Gespenst gesehen. Aber keine Sorge, das einzige, was heute Abend gruselig wird, ist mein Double-Bass-Solo!“
Ich: „Mir geht’s gut, Jack. Es ist nur… so viel. Ich hätte nie gedacht, dass Journalismus und Rockmusik so verschmelzen können.“
James: „Das tun sie auch nicht oft. Aber du bist ja auch keine gewöhnliche Journalistin. Du bist Teil der Gang.“
Plötzlich wurde es dunkel in der Arena. Das Gemurmel der tausenden Menschen schwoll zu einem ohrenbetäubenden Brüllen an. Das blaue Arbeitslicht auf der Bühne erlosch, und die ersten Synthesizer-Klänge von Taylor begannen, die Luft zum Vibrieren zu bringen.
Alec trat aus dem Schatten zu mir. Er trug seine schwarze Lederjacke, die Haare hingen ihm leicht in die Stirn, und seine Augen funkelten vor Adrenalin. Er nahm mein Gesicht in beide Hände, ignorierte die Hektik der Roadies um uns herum und küsste mich kurz, aber heftig.
Alec: „Hör mir zu. Wenn ich da draußen bin, bist du der einzige Grund, warum ich diese Lieder singe. Bleib genau hier, wo ich dich sehen kann. Heute Abend gehört Sydney uns.“
Ich: „Viel Glück, Alec. Zeig ihnen, wer ihr wirklich seid.“
Er nickte, schnappte sich seine Gitarre und rannte die Stufen zur Bühne hinauf. Ein gleißendes weißes Licht schoss von der Decke, als er in die Mitte trat, und der Lärm in der Halle erreichte eine Lautstärke, die ich physisch in meinen Knochen spüren konnte.
Alec (ins Mikrofon): „Sydney! Seid ihr bereit für die Wahrheit?!“
Der erste Akkord krachte wie ein Blitzschlag durch die Lautsprecher, und die Show begann. Von meinem Platz an der Seite sah ich Alec im Profil – ein Mann, der völlig eins war mit seiner Musik, seinem Publikum und der Frau, die im Schatten auf ihn wartete.

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