Thorned – Kapitel 84

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Das Blitzlichtgewitter war so intensiv, dass ich für einen Moment die Orientierung verlor, als wir durch die schweren Flügeltüren in den großen Konferenzsaal traten. Das Klicken der Kameras klang wie maschinelles Gewehrfeuer, und das unruhige Tuscheln der Journalisten schwoll zu einem regelrechten Rauschen an. Alec hielt meine Hand fest umschlossen, während er uns zielstrebig zu dem langen, mit Mikrofonen bestückten Podium führte. Als wir uns setzten – die Band in der Mitte, Luca am Rand und ich direkt neben Alec – kehrte eine unheimliche, erwartungsvolle Stille ein. Luca räusperte sich und gab das Wort für die erste Fragerunde frei. Journalist (Daily News): „Alec, der Geheim-Gig gestern Abend war ein Riesenerfolg. Aber die Fans fragen sich: Ist die neue, düstere Energie in euren Songs ein direktes Resultat der tragischen Ereignisse in Athen? Wie sehr beeinflusst die Geschichte um Elenas Onkel und den Tod deiner Ex-Freundin Olivia die neue Platte?“ Ich spürte, wie Alec neben mir erstarrte. Sein Kiefer spannte sich an, und ich sah, wie seine Knöchel weiß wurden, während er das Mikrofon umklammerte. Taylor lehnte sich sofort ein Stück vor, den Blick kühl auf den Reporter gerichtet, doch Alec kam ihm zuvor. Alec: „Musik ist immer ein Ventil für das, was ein Künstler erlebt. Aber wenn Sie hier sind, um in alten Wunden zu wühlen, die nichts mit der Arbeit im Studio in New York zu tun haben, dann sind Sie bei der falschen Veranstaltung. Wir sind hier, um über die Tour in Australien zu sprechen, nicht um eine Familientragödie auszuschlachten, die bereits genug Schmerz verursacht hat.“ Journalist (Daily News): „Aber es gibt Gerüchte, dass Jonah, der Bruder der Verstorbenen, Elena in Athen bedroht hat. Besteht die Gefahr, dass die Tour in Melbourne durch diese privaten Racheakte überschattet wird? Ist Elena ein Sicherheitsrisiko für die Band?“ Ein Raunen ging durch den Saal. Ich merkte, wie mir das Blut in den Adern fror, doch bevor ich den Blick senken konnte, spürte ich Isabels festen Blick von der Seite und Taylors tiefe, ruhige Stimme, die durch den Raum schnitt. Taylor: „Elena ist kein Sicherheitsrisiko, sie ist Teil unserer Familie. Wer sie angreift – egal ob mit Worten oder Taten – greift die gesamte Band an. Und was Jonah betrifft: Die Behörden in Athen haben die Situation geklärt. Wir konzentrieren uns auf die Fans hier in Melbourne, und wir lassen nicht zu, dass Sensationsgier unsere Arbeit sabotiert.“ Luca: „Nächste Frage, bitte. Und ich erinnere daran: Wir sind hier, um über musikalische Projekte zu sprechen.“ Eine junge Journalistin weiter hinten stand auf, wirkte deutlich weniger aggressiv und sah mich direkt an. Journalistin: „Elena, wie fühlt es sich an, nach all dem wieder in Melbourne zu sein und Alec auf dieser Tour zu unterstützen? Wie gehst du mit dem Druck um, plötzlich so im Rampenlicht zu stehen?“ Ich räusperte mich, mein Herz klopfte bis zum Hals, aber ich suchte Alecs Blick und fand dort die Kraft, die ich brauchte. Ich: „Es ist nicht immer einfach, aber Melbourne ist mein Zuhause. In New York oder Athen gab es Momente, in denen alles zu viel wurde, aber solange ich Alec und die Jungs an meiner Seite habe, fühlt sich das Rampenlicht nicht mehr so bedrohlich an. Wir sind hier, um die Musik zu feiern, und das ist das Einzige, was für mich zählt.“ Alec legte unter dem Tisch seine Hand auf mein Knie und drückte es kurz – ein geheimes Zeichen des Stolzes. Er nahm das Mikrofon wieder an sich, sein Blick war nun wieder fest und professionell. Alec: „Danke, Elena. Und jetzt zu den Details der Tour: Wir haben ein paar Überraschungen für Melbourne geplant, die weit über das hinausgehen, was ihr gestern im Club gesehen habt…“

*Sämtliche Bilder wurden mittels KI erstellt und dienen der kreativen Inspiration sowie zur Unterhaltung

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