——Normale Sicht——
Das grelle Licht der australischen Morgensonne fiel ungefiltert durch die hohen Fenster meines Apartments in Melbourne und brannte fast ein wenig in meinen Augen, während ich lustlos versuchte, die ersten Koffer aus Athen auszupacken. Der Jetlag hängte mir noch bleischwer in den Knochen, und die Stille in der Wohnung fühlte sich nach dem Trubel bei meinen Eltern in Athen und dem Chaos mit Jonah fast schon unheimlich an. Isabel war gerade in der Küche dabei, die Kaffeemaschine zu beschwören, als mein Handy auf dem Küchentresen plötzlich mit dem vertrauten Klingelton vibrierte, der nur für Alecs Nachrichten reserviert war. Ich stürzte fast über einen offenen Koffer, um das Gerät zu greifen, und als ich die Nachricht auf dem Display las, blieb mir für einen Moment der Atem weg, bevor ein ungläubiges Quietschen aus meiner Kehle drang. Ich: „Isabel! Du glaubst es nicht, lass den Kaffee stehen und komm sofort her, ich glaube, ich halluziniere vor Schlafmangel!“ Isabel: „Was ist los? Ist Luca durchgedreht oder hat Alec herausgefunden, dass du heimlich seinen Lieblings-Hoodie in Athen vergessen hast?“ Isabel stürmte mit einem Geschirrtuch in der Hand herbei und sah mir über die Schulter, während ich ihr die Nachricht unter die Nase hielt, wobei meine Hände so sehr zitterten, dass sie das Handy festhalten musste, um überhaupt etwas lesen zu können. Ich: „Er kommt früher! Er schreibt, dass sie die Nacht durchgearbeitet haben und Luca die Flüge für übermorgen gebucht hat – das bedeutet, er ist in weniger als achtundvierzig Stunden wieder hier bei mir in Melbourne!“ Isabel: „Oh mein Gott, Elena! Ich wusste doch, dass er es nicht lange ohne dich aushält, aber dass er Luca tatsächlich dazu gebracht hat, ihn früher aus diesem Studio-Gefängnis zu entlassen, ist ein verdammtes Wunder!“ Ich spürte, wie die Müdigkeit der Reise wie durch Zauberhand verflog und mein Herz in einem wilden, euphorischen Rhythmus gegen meine Rippen hämmerte, während ich bereits anfing, im Kopf die Stunden zu zählen. Ich: „Ich muss sofort antworten, aber meine Finger machen nicht, was sie sollen… Ich kann es kaum fassen, dass dieser Albtraum aus Athen und die Angst um ihn jetzt endlich durch dieses Wiedersehen ersetzt werden.“ Isabel: „Atme erst mal tief durch, Elena, sonst schreibst du ihm nur wirres Zeug. Aber wenn das stimmt, dann bedeutet das auch, dass Taylor, Jack und James ebenfalls bald hier aufkreuzen – wir müssen die Wohnung auf Vordermann bringen, hier sieht es aus wie nach einem Bombeneinschlag!“ Ich lachte, und zum ersten Mal seit dem Einbruch von Jonah fühlte sich mein Lachen wieder leicht und echt an, während ich mich auf das Sofa fallen ließ und meine Antwort tippte. Ich: „Alec, du bist wahnsinnig! Ich kann es kaum erwarten, dich am Flughafen in die Arme zu schließen und dich nie wieder loszulassen… Ich liebe dich so sehr, pass auf dich auf beim Flug und zähl die Minuten, so wie ich es tue!“ Isabel: „Na los, Elena, beweg deinen Hintern, wir haben zwei Tage Zeit, um aus diesem Koffer-Chaos ein Zuhause zu machen, in dem ein Rockstar sich wohlfühlt, und ich weigere mich, dass Taylor mich in meiner alten Jogginghose begrüßt!“ Ich sah Isabel an und wusste, dass sie genauso aufgeregt war wie ich, auch wenn sie es hinter ihren Witzen versteckte, und während wir anfingen, die Wohnung in Melbourne wieder zum Leben zu erwecken, fühlte sich die Zukunft zum ersten Mal seit langer Zeit wieder hell und greifbar an.

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