Während ich mich in Alecs Arme flüchtete und die Welt um uns herum völlig vergaß, spielte sich ein paar Meter hinter uns ein ganz eigenes Drama am Gepäckband ab. Isabel stand mit verschränkten Armen da und versuchte, so cool und unbeeindruckt wie möglich zu wirken, doch ich sah genau, wie sie nervös an ihrer rosa Haarsträhne zwirbelte, als Taylor schließlich mit einem völlig überladenen Gepäckwagen aus der Schleuse schlurfte. Taylor: „Sag mir bitte, dass das dort vorne wirklich Isabel ist und nicht nur eine wunderschöne Halluzination, die mein völlig übermüdeter Verstand nach zwanzig Stunden Flug und drei schlechten Bordfilmen erfunden hat.“ Isabel: „Täusche dich mal nicht, Taylor, ich bin realer, als dir nach deinem Jetlag lieb sein wird, und wenn du noch einen Schritt weitergehst, ohne mich zu begrüßen, dann überlege ich mir das mit dem Willkommens-Essen in der Wohnung noch einmal ganz genau.“ Taylor grinste, und obwohl er tiefe Augenringe hatte und sein Vollbart ein wenig ungepflegter aussah als sonst, blitzte dieses altbekannte Funkeln in seinen Augen auf, während er den Wagen einfach stehen ließ und auf sie zuging. Taylor: „Komm her, du Nervensäge, ich hab deine frechen Sprüche in New York fast mehr vermisst als vernünftiges australisches Bier, und das will bei mir wirklich was heißen.“ Er zog sie in eine feste Umarmung, und für einen Moment ließ Isabel ihre harte Schale fallen und krallte sich in seine Jacke, während sie ihren Kopf gegen seine Brust lehnte und tief durchatmete. Isabel: „Du riechst nach Flugzeugkabine und viel zu starkem Kaffee, Taylor, aber ich bin verdammt froh, dass du wieder da bist, auch wenn ich das niemals laut vor der Band zugeben würde.“ Taylor: „Schon gut, dein Geheimnis ist bei mir sicher, solange du mir versprichst, dass wir heute Abend nichts anderes machen, als auf der Couch zu sitzen und so zu tun, als gäbe es weder Manager noch Aufnahmestudios auf diesem Planeten.“ In diesem Moment tauchte Luca neben ihnen auf, einen Laptop unter dem Arm und das Handy bereits wieder am Ohr, während er genervt auf die Uhr an seinem Handgelenk tippte. Luca: „Genießt den Moment, ihr zwei, aber vergesst nicht, dass wir die Koffer noch ins Taxi kriegen müssen – Taylor, ich hoffe, du hast nichts in New York gelassen, denn wir haben keine Zeit, verlorenem Gepäck hinterherzujagen!“ Isabel: „Lass ihn in Ruhe, Luca, er ist gerade erst gelandet und gehört jetzt erst einmal der Zivilisation und nicht deiner Zeitplanung, also such dir jemand anderen zum Herumkommandieren, solange wir noch am Flughafen sind.“ Taylor lachte leise und zwinkerte Isabel zu, bevor er ihren Arm nahm und sie sanft in Richtung Ausgang schob, wo Alec und ich noch immer in unsere eigene kleine Welt vertieft waren. Taylor: „Siehst du, Isabel? Genau deshalb bist du die Einzige, die es mit uns Rockstars aufnehmen kann – du hast keine Angst vor Luca, und das ist in diesem Business mehr wert als ein Nummer-eins-Hit.“
Thorned – Kapitel 74

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