Thorned – Kapitel 80

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Der Abend des ersten Geheim-Gigs war von einer fast elektrisierenden Spannung erfüllt, die man förmlich auf der Haut spüren konnte. Der Club, tief in einer der verwinkelten Gassen von Melbourne gelegen, war klein, verraucht und bis zum Bersten gefüllt mit Fans, die erst vor zwei Stunden über die sozialen Medien vom Ort des Konzerts erfahren hatten. Hinter der Bühne, in einem winzigen, mit Postern beklebten Backstage-Raum, herrschte das gewohnte Chaos vor dem Auftritt, doch dieses Mal fühlte es sich intensiver an. Luca: „Zehn Minuten, Leute! Die Security sagt, die Schlange draußen reicht bis um den Block. Alec, Jack, James, Taylor – ich will heute die Energie aus New York sehen, aber bleibt konzentriert. Keine Experimente bei den neuen Songs!“ Jack: „Entspann dich, Luca. Wir haben so viel Adrenalin im Blut, dass wir wahrscheinlich die Verstärker zum Schmelzen bringen werden, ohne sie überhaupt einzuschalten.“ Ich stand am Rand des Raumes und beobachtete Alec, der mit geschlossenen Augen tief durchatmete und seine Finger locker über die Saiten seiner Gitarre gleiten ließ. Isabel stand neben mir und hielt sich nervös an ihrem Becher fest, während sie Taylor dabei zusah, wie er sich ein letztes Mal im Spiegel die Haare richtete. Isabel: „Gott, Elena, hörst du das Gebrüll da draußen? Ich kriege jedes Mal Gänsehaut, wenn die Fans anfangen, ihren Namen zu rufen. Ich weiß gar nicht, wie die Jungs dabei so ruhig bleiben können.“ Ich: „Ich glaube nicht, dass sie ruhig sind, Isabel. Schau dir Alec an – er ist völlig in seiner eigenen Welt. Aber ich habe heute ein gutes Gefühl. Nach all dem Schmerz in Athen ist das genau das Ventil, das er braucht.“ Alec öffnete die Augen, als hätte er meine Worte gespürt, und kam direkt auf mich zu. Er legte seine Hände an meine Wangen und küsste mich kurz, aber so intensiv, dass die Welt um uns herum für einen Moment komplett verschwand. Alec: „Elena, bleib heute Abend bitte in der Nähe von Luca und den Jungs von der Security an der Seite der Bühne. Ich will wissen, dass du in meiner Sichtweite bist, wenn wir da rausgehen.“ Ich: „Ich werde da sein, Alec. Ich werde bei jedem Ton genau hinhören. Geh da raus und zeig ihnen, wer du wirklich bist. Olivia und Jonah… das alles ist heute Abend weit weg. Heute zählt nur die Musik.“ Alec: „Danke. Ohne dich würde ich das hier nicht schaffen.“ Dann gab Luca das finale Zeichen. Die Jungs klatschten sich ein letztes Mal ab, ein ritueller Kreis aus Energie und Entschlossenheit, bevor sie nacheinander die schmalen Stufen zur Bühne hinaufstiegen. Als Alec als Letzter das Scheinwerferlicht betrat, brach im Club ein ohrenbetäubender Jubel aus, der den Boden unter meinen Füßen zum Beben brachte. Isabel und ich drängten uns an den Bühnenrand, direkt hinter die Boxentürme, wo wir einen perfekten Blick auf die Band hatten. Taylor schlug den ersten tiefen Basslauf an, Jack ließ die Drumsticks auf die Snare krachen, und als Alecs Stimme zum ersten Mal durch das Mikrofon drang – rauer und kraftvoller als je zuvor – wusste ich, dass Luca recht gehabt hatte: Die Emotionen der letzten Wochen machten sie unbesiegbar. Isabel (schreiend gegen den Lärm): „Siehst du Taylor? Er spielt, als gäbe es kein Morgen mehr! Das ist der Wahnsinn, Elena!“ Ich nickte nur, unfähig zu sprechen, während ich Alec beobachtete. Er wirkte auf der Bühne wie verwandelt, frei von der Last der Vergangenheit, und jedes Mal, wenn sein Blick während eines Solos zu mir an den Rand der Bühne huschte, spürte ich diese tiefe Verbindung, die uns durch alles getragen hatte.

*Sämtliche Bilder wurden mittels KI erstellt und dienen der kreativen Inspiration sowie zur Unterhaltung

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