Wir bahnten uns den Weg durch die Tiefgarage zu den wartenden Vans, wo Luca bereits ungeduldig mit dem Autoschlüssel gegen den Oberschenkel klopfte. Sobald sich die schwere Schiebetür hinter uns schloss und die dämpfende Stille des Fahrzeuginneren uns einhüllte, entlud sich die angestaute Spannung. Luca: „Was war da drin los? Ihr seht alle aus, als hättet ihr gerade einen Geist gesehen oder jemanden vergraben. Wir haben einen Zeitplan, Leute!“ Isabel: „Ein Geist wäre uns lieber gewesen, Luca. Elenas ehemaliger Chef, Chris, hat sie im Flur abgepasst und einen Riesenaufstand gemacht, weil sie vor Athen gekündigt hat.“ Alec: „Er ist sie verbal angegangen, Luca. Mitten im Pressezentrum! Der Kerl hat ernsthaft geglaubt, er könnte sie hier unter Druck setzen und ihr mit rechtlichen Schritten drohen, nur weil sein Ego nicht mit ihrer Kündigung klarkommt.“ Luca hielt in seiner Bewegung inne und sah von Alec zu mir. Sein Blick wurde schlagartig professionell und kühl, während er sein Tablet bereits wieder entsperrte. Luca: „Chris? Der von der Kanzlei, über den wir schon mal gesprochen haben? Hat er irgendwelche Drohungen ausgestoßen, die über ‚ich ruiniere deinen Ruf‘ hinausgehen? Hat er etwas Schriftliches erwähnt?“ Ich: „Er war einfach nur wütend, Luca. Er meinte, ich hätte ihn im Stich gelassen und er wolle eine Entschädigung für den angeblichen Vertragsbruch. Aber ich habe damals alles ordnungsgemäß im Büro erledigt.“ Taylor: „Der Typ hat nur heiße Luft produziert, Luca. Ich hab ihn freundlich, aber bestimmt zur Tür begleitet. Er wollte nur wichtig sein, aber er hat keine rechtliche Handhabe, das weiß er selbst am besten.“ Luca: „Trotzdem. Wir können keine Stalker oder rachsüchtigen Ex-Chefs gebrauchen, die unsere Termine sabotieren. Ich werde unsere Rechtsabteilung informieren, dass sie Chris eine formelle Unterlassungserklärung schicken. Wenn er Elena noch einmal zu nahe kommt, wird er Melbourne schneller aus Gerichtssälen kennenlernen, als ihm lieb ist.“ Alec: „Danke, Luca. Ich will nicht, dass Elena sich auch noch mit so etwas herumschlagen muss, während der ganze andere Wahnsinn läuft.“ Ich: „Es ist okay, Luca. Es war einfach nur ein Schock, ihn hier zu sehen. Aber Taylor und Alec haben die Situation geklärt. Ich will nur, dass dieses Kapitel endlich wirklich beendet ist.“ Jack: „Ist es jetzt, Elena. Wenn der Typ noch mal auftaucht, kriegt er es mit uns allen zu tun, und ich glaube nicht, dass er gegen vier Rockstars und eine sehr wütende Isabel gewinnen will.“ Wir lachten alle kurz auf, und die schwere Atmosphäre im Van lockerte sich merklich auf, während das Fahrzeug aus der Tiefgarage rollte und wir uns den Weg durch den dichten Verkehr von Melbourne bahnten. Alec hielt meine Hand während der gesamten Fahrt fest umschlungen, und obwohl ich wusste, dass Luca die rechtlichen Dinge regeln würde, war es das Gefühl der Zusammengehörigkeit hier im Wagen, das mir die wahre Sicherheit gab.
Thorned – Kapitel 87

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